Aus dem Leben eines Schwimmers.

Einmal quer über den See

Mueggelsee
Seit 23 Jahren gibt es das Schwimmen über Berlins größten See, den Müggelsee. 3,5 Kilometer am Stück, eine fast schnurgerade Linie, gekennzeichnet durch ein Dutzend gelbe Bojen. Ausgerichtet und ziemlich gut organisiert wird das Ganze vom TiB 1848, der Start befindet sich im Club der Segelgemeinschaft am Müggelsee, das Ziel im Strandbad Rahnsdorf. In diesem Jahr bewältigten 423 Schwimmer diese Strecke.

Es ist schon im Training nicht unbedingt Standard, dass ich 3500 Meter Gesamtstrecke zurücklege, meist bleiben wir in der Trainingsgruppe drunter. Und 3500 Meter am Stück sind natürlich noch mal was ganz anderes: keine Pausen, kein Ausruhen, kein Abstoßen, sondern immer weiter schwimmen!

Das Ganze ging an einem ziemlich schönen Augustsonntag um 11 Uhr los, jeweils 50 Schwimmer starteten in einer Gruppe, zwei Minuten später die nächsten, mit Hilfe von elektronischen Armbändern wurde die Zeit am Ziel genommen.

Ich befand mich mit Startnummer 79 in der zweiten Gruppe, in der ziemlich unterschiedliche Schwimmer am Start waren: alte und junge, Männer und Frauen, sehr motivierte und eher zurückhaltende. Ich ging die 3,5 km eher ruhig an, aus dem Vorjahr wusste ich schon, dass es sich doch ganz schön zieht, auch wenn man am Anfang denkt, dass man schnell vorankommt. Aber der Große Müggelsee heißt eben nicht umsonst so, das Ziel scheint irgendwann nicht mehr näher zu kommen, man hangelt sich von Boje zu Boje, muss sich zwingen, das Tempo zu halten – und immer wieder den Kopf aus dem Wasser nehmen, um die Richtung zu halten.

Nach einer knappen Stunde dann endlich im Ziel, die letzten Meter bis zur Zeiterfassung muss man laufen, so flach steht das Wasser am Strandbad. Die große Überraschung: ich wurde Dritter in meiner Altersklasse. Reicht mir (für dieses Jahr).