Schwimmen, schwimmen, schwimmen.

33,3 Kilometer durch die Adria!

Jede Menge Schwimmer beim Ultraswim 33.3 - Foto: Lloyd Images / UltraSwim 33.3Wer sich ein bisschen mit der Geschichte des Langstreckenschwimmens auskennt, dürfte davon gehört haben: Die englische und die französische Küste sind nur 33,3 Kilometer voneinander entfernt. Luftlinie. 33,3 Kilometer muss man also mindestens schwimmen, um eine der legendärsten Meeresstrecken zu bewältigen, den englischen Kanal. Der schnellste Schwimmer hat dafür knapp sieben Stunden gebraucht, die schnellste Schwimmerin nur eine halbe Stunde länger. Aber machen wir uns nichts vor: Die meisten von uns würden die Strecke gar nicht schaffen oder ewig dafür brauchen. Und das bei richtig kalten Wassertemperaturen. Aber es gibt jetzt eine Art "Kanal light": UltraSwim 33.3! Die Zahl zeigt es schon an, man schwimmt insgesamt 33,3 Kilometer. Allerdings nicht in einem Rutsch, sondern über mehrere Tage verteilt. Und auch nicht im Atlantik, sondern in der Adria. Und ich war dabei.
33,3 Kilometer innerhalb von vier Tagen. Ist das schwer oder leicht? Kommt natürlich drauf an. Aber der Reihe nach: Am 29. September 2023 ging es los, das erste von insgesamt sechs Rennen. Mehr als 100 Schwimmerinnen und Schwimmer, manche in Neoprenanzügen, manche ohne. Aber alle mit pinkfarbener Schwimmboje und hellgrüner Badekappe. Die Stimmung: Leicht aufgeregt, es ist sehr früh am Morgen, die Sonne, die auch in den nächsten Tagen ordentlich scheinen sollte, noch nicht richtig zu sehen. Vor uns liegen vier anstrengende Tage. Die 33,3 Kilometer sind aufgeteilt in unterschiedlich lange Teilstrecken, die längste über zehn Kilometer, die anderen fünf, sechs, sieben. An zwei Tagen werden wir gleich zwei Rennen schwimmen, eins am Morgen, eins am frühen Nachmittag. Und das alles in der wirklichen schönen Bucht bei Herceg Novi in Montenegro. Ach ja, an einem Tag bringen uns die Boote bis zur Grenze nach Kroatien. Und von da geht es dann quer übers Meer.

Schwimmen im U-Boot-Bunker - Foto: Lloyd Images / UltraSwim 33.3

Was auch ganz interessant ist: Hier schwimmen sehr gute und auch eher am Anfang ihrer Schwimmkarriere stehende Schwimmerinnen und Schwimmer. Mit dabei ist zum Beispiel Andy Donaldson, der die "Oceans Seven", also die bedeutendsten sieben Meeresstrecken, 2023 in Rekordzeit überwunden hat. Mit dabei sind auch "Swim Smooth"-Trainer Paul Newsome, Simon Griffith, der Herausgeber des Outdoor-Swimming-Magazins, eine Schwimmerin, die die ganze Strecke nicht in Kraul, sondern Brust schwimmen will. Und ein Mann, der erst vor wenigen Monaten das Kraulschwimmen gelernt hat. Klar, vom den Fähigkeiten und den Geschwindigkeiten her liegen Welten dazwischen. Die Überraschung: Die Brustschwimmerin und der Kraulanfänger haben es geschafft. Andere, auch richtig gute Schwimmer, mussten aufgeben. Und mittendrin ich, gut trainiert, gut vorbereitet, trotzdem ein bisschen nervös. Gerade das 10-Kilometer-Rennen ist ja nicht so einfach zu bewältigen, wer da zu schnell angeht, erlebt böse Überraschungen. Wer zu langsam angeht, vielleicht auch, das Wasser ist zwar angenehm, aber eben nicht richtig warm. Um die 20 Grad schätzungsweise.
Machen wir's kurz: Die Adria ist wunderschön, die umliegenden Berge von Montenegro auch, das ist eine ganz eigentümliche Stimmung. UltraSwim ist wirklich gut organisiert, keine Wartezeiten, die Boote stehen immer bereit, um uns zum Start zu bringen (jedes Mal ein anderer Startort, jedes Mal eine andere Strecke), das Hotel, in dem man untergebracht ist, ist wunderbar und zum Teil sehr alt. Und die Betreuung und Verpflegung auf den Strecken (Kajaks und Boote) auch. Highlights: Schwimmen in ehemaligen U-Boot-Bunkern (siehe Foto), essen nach dem Rennen auf einer ehemaligen Gefängnisinsel, Delphine im Meer. Natürlich nicht ganz billig, aber es gibt unterschiedliche Pakete, je nachdem, wo man wohnen möchte und wie sehr man umsorgt werden will, zum Beispiel mit Massagen und Videoanalyse des Schwimmstils. Ein kleines bisschen hat mich das Ganze aber auch an die betrreuten Touren zum Mount Everest erinnert, bei denen die Teilnehmer, wenn sie denn genug Geld haben, fast schon zum Gipfel geschoben werden. Denn natürlich sind 33,3 Kilometer unter diesen Bedingungen nicht das Gleiche wie 33,3 Kilometer im English Channel.

Startnummer 183 - das bin ja ich! Der Arm steht falsch. - Foto: Lloyd Images / UltraSwim 33.3

Egal, super Veranstaltung. Und erst der Anfang: Es sind weitere Rennen unter dem UltraSwim 33.3-Banner geplant. In Kroatien, aber auch wieder in Montenegro. Alles weitere auf der Homepage. Und da gibt es auch noch viele weitere Fotos, denn natürlich wurde das alles unter Social-Media-Gesichtspunkten dokumentiert und geteilt. Viellecht sehen wir uns da bald, ich wäre gerne wieder dabei

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