Aus dem Leben eines Schwimmers.

Bosporus-Schwimmen - Lektionen in Demut?

Foto von Tim Marshall_OpenWaterunderwater_freicc0
Jetzt kann es ja raus: am Sonntag schwimme ich, wenn alles gut geht, von Asien nach Europa. Eingeweihte (und das Olympische Komitee der Türkei) nennen es "Bosphorus Cross-Continental Swimming Race", wir reden also von Istanbul. Ich lasse das jetzt einfach mal komplett raus, was dort gerade für eine Aufregung herrscht, das weiß ja jeder, der minimalen Kontakt zur Außenwelt hat. Ich will mir lieber Gedanken über Istanbul (schöne, große, aufregende Stadt) und das Rennen (6,5 km & bis zu 2000 Schwimmer) machen. So, habe ich gemacht.

Ach ja, es gibt gar nicht so viele Erlebnisberichte von bisherigen Schwimmern, aber die und die und die, die ich gelesen habe, sagen Folgendes (glaube ich jedenfalls, dass sie das sagen): das Schwimmen ist wegen der Strömung leichter als man denkt, aber nicht so leicht, wie man jetzt denkt. Auch wenn so ein Schwimmen natürlich mit dem nötigen Ernst angegangen werden sollte, dürfte man enttäuscht sein, wenn man nur ans Schwimmen und an sein Ergebnis denkt. John von Düffel empfiehlt ja grundsätzlich, das Schwimmen an sich zu genießen, weil man da ganz bei sich selbst ist. Und das gilt auch oder gerade für den Bosporus, weil man da die einmalige Gelegenheit erhält, eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten entlang zu schwimmen - für zwei Stunden nämlich ist die Strecke wegen des Rennens für die riesigen Schiffe, die dort sonst so lang fahren, gesperrt. Ach ja, schön soll es auch noch sein - Delphine, Quallen und halbwegs sauberes Wasser. Wir werden sehen.